Talvi und der kleine Igel

Klong... klong... Wichtel Talvi blinzelte müde. Gestern Abend war er erst spät in seine kleine Höhle im alten Apfelbaum zurückgekehrt. Den Sommer hatte er bei seiner Freundin Fina verbracht und das war wunderschön gewesen aber auch ganz schön anstrengend. Klong! Da war es wieder, dieses Geräusch! Talvi streckte sich, stieg aus dem Bett und stolperte prompt über seinen Koffer. „Autsch!“ murmelte er. „Das hat wehgetan.“ Er rieb sich das Schienbein und humpelte vorsichtig zum Fenster. Woher kam bloß dieses seltsame Klopfen? Draußen raschelten die Blätter durch den Wind aber auch etwas anderes bewegte sich dazwischen. Talvi konnte es nicht genau erkennen. Schnell zog er sich an, band seinen Schal um und schlich nach draußen.


Klong! Wieder! Er folgte dem Geräusch, schlich durch das feuchte Gras bis er hinter einem Busch ein kleines stacheliges Etwas entdeckte. Ein Igel! Der kugelte sich hin und her und rollte ständig gegen Bäume. „Hallo?“ rief Talvi vorsichtig. „Was machst du denn da?“ Der Igel zuckte erschrocken zusammen, rollte sich noch fester ein und blieb ganz still liegen. Nach einem Moment lugte ein kleines Näschen hervor. Als er sah dass Talvi freundlich aussah, rollte er sich langsam wieder auf. „Hallo“ piepste er. „Ich bin Pieks.“ „Freut mich Pieks. Ich bin Talvi“ sagte der Wichtel und lächelte. „Aber warum rollst du hier überall gegen die Bäume?“ „Ach“ seufzte Pieks, „ich habe einen gemeinen Splitter im Fuß. Der tut so weh und ich bekomme ihn einfach nicht raus. Da dachte ich wenn ich mich einkugel kann ich mich wenigstens ein bisschen fortbewegen. Aber ich sehe ja nichts und ständig ist mir etwas im Weg. Ich wollte eigentlich zu meinen Eltern damit sie mir helfen.“ „Oh je du Armer“ sagte Talvi. „Vielleicht kann ich dir helfen?“ „Das wäre lieb“ antwortete Pieks hoffnungsvoll. Talvi kniete sich hin und zog vorsichtig den Splitter heraus. Pieks atmete erleichtert auf. „Danke Talvi. Du bist wirklich nett. Magst du vielleicht zu mir kommen? Als kleines Dankeschön? Ich habe noch ein paar leckere Regenwürmer!“ Talvi schüttelte sich leicht und grinste. „Oh das ist sehr freundlich von dir Pieks, aber Regenwürmer sind nicht ganz mein Geschmack.“ 

Sie lachten beide, verabschiedeten sich freundlich und Talvi machte sich summend auf den Rückweg zu seiner Höhle im Apfelbaum. Dort kochte er sich einen warmen Kakao, setzte sich auf sein Sofa und kuschelte sich in seine Decke.  „Mmmh, das tut gut“, murmelte Talvi und trank einen Schluck. Kurz darauf fielen ihm nochmal die Augen zu und er träumte von kleinen Igeln im Herbstlaub.

wichtel Talvi, der Wichtel mit der roten Mütze, schaut vorsichtig hinter einen Busch und entdeckt einen Igel